Wenn gut nicht mehr ausreichend ist…

Der Wettlauf startet schon früh. Schon in der Krippe soll es lehrreich zugehen. Kindergärten, ähhh…. KiTas stehen im Wettbewerb und die Elite kommender tage. Mehrsprachigkeit, musikalische Ausbildung, dazu noch rhythmischer Tanz. Es läuft. Die nächste Eskalation steht in der Grundschule an. Bereits ab der 1. Klasse steht nur eins im Fokus. Der Sprung ins Gymnasium. Das Kind solls doch zu was bringen.

Quasi begleitend geht es am Fußballplatz weiter. Bereits bei Bambinis geht es häufig um Spielzeiten, erzielte Tore, Siege und Meisterschaften. Dafür errechnen Scharen von Eltern Tabellen, die es eigentlich gar nicht mehr gibt. Weil mein Kind kann es mal ganz nach oben schaffen. Es hat Talent. Mehr Talent. Mein Kind als Mittelpunkt des Teamsports.
Dabei bleiben ganz schnell die Grundwerte des Teamsports auf der Strecke. Teamgedanke, Solidarität, Gemeinschaftssinn, Zusammenhalt – alles super, solange mein Kind davon profitiert. Ansonsten werden diese zentralen Grundwerte mittlerweile als Schwäche bewertet. Nur der persönliche Erfolg zählt und bring die Anerkennung. Kompromisse und Ausgewogenheit bedeuten Schwäche.

Das Schwungrad der Egomanisierung läuft längst auf hohen Touren und zentrifugiert die Teamspieler aus der Mitte an den Rand.
Kann das irgendwie aufgehalten werden? Wie können wir den Felgaufschwung zurück zum gesellschaftlichen Teamgedanken schaffen, oder zumindest die Beschleunigung der weitergreifenden Segmentierung der Gesellschaft trotzen?
Nur mit massiven Änderungen. Bildungsziele, Lehrpläne und pädagogische Konzepte müssten sich komplett neu ausrichten. Weg vom einsamen und egozentrischen Kampf um Geldtöpfe hin zum gesellschaftlichen, solidarischen Miteinander.
Teamarbeit und kooperatives Arbeiten müssten zentrale Ausbildungsziele sein.

Der Teamsport kann dabei eine zentrale Rolle einnehmen. Mit enormer Reichweite, hohem Spaßfaktor, erheblichem Sozialisierungspotential und daneben positiven gesundheitlichen Nebenwirkungen ist Teamsport unschlagbar. Es liegt in der Hand von uns allen, das Potential zu nutzen, oder zu ignorieren. Wir sollten es angehen.

Damit Gut wieder gut genug ist!

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