Rückzug aus der Kreisliga aus finanziellen Gründen – Flasche leer?

Was ist denn da los?

Diese Frage stellt sich automatisch, wenn man die Meldung aus der Kreisliga München liest. Der SV Sentilo Blumenau zieht sein Kreisligateam aus finanziellen Gründen aus der Kreisliga zurück. Aus einer Liga also, in der es weder große Sponsoringeinnahmen, noch Zuschauereinnahmen oder gar Fernsehgelder zu verteilen gibt. Wo also im Grunde keine Finanzmittel vorhanden sind, können diese auch nicht knapp werden. So besagt es die Logik. Doch dass sich Fußball und Logik beizeiten ausschließen, ist ja bekannt.

Zwischen den Zeilen steht in der Meldung eigentlich folgendes: Der SV Sentilo Blumenau hat keine Lust oder auch keine Möglichkeit mehr, finanzielle Mittel aus Mitgliederbeiträgen und von Kleinsponsoren für die Bezahlung kreisligatauglicher Fußballer aufzubringen. Die Mittel sollen zukünftig wieder dem eigentlichen Zweck, also der strukturellen Förderung des Fußballsports und des Vereinslebens zugeführt werden. Der SV Sentilo Blumenau sieht seinen Fortbestand als Verein bedroht.

Da fällt einem nur eins ein: Gratulation an die Entscheidungsträger beim SV Sentilo Blumenau. Eine mutige und hoffentlich für viele andere Vereine richtungsweisende Entscheidung.

Die flächendeckende Abkehr von der Bezahlung von Spielern im unteren Amateurfußball bleibt aber vermutlich ein Traum. Zu viele Vereinsvorsitzende verbinden ihr Ego mit der Liga der Herrenmannschaft, zu wenige Vereinsfunktionäre geben sich mit der Liga zufrieden, welche das Niveau der eigenen Jugendarbeit vorgibt. Anstatt in Ausbildungsstrukturen werden die Mittel also weiterhin vorrangig in Herrenteams fließen, deren primäre Vereinsbindung aus ein paar Scheinen besteht. Da muß man nicht nur nach Fürstenfeldbruck oder Planegg schauen um die Konsequenzen zu sehen. Das geht auch noch einige Ligen tiefer. Im schlimmsten Fall endet es wie bei der FT Starnberg, die kommende Saison mit einem Herrenteam in der C-Klasse neu startet.

Auch wenn die Entscheidung des SV Sentilo Blumenau wohl eher äußeren Zwängen als innerer Überzeugung entsprang – diese Entscheidung ist bemerkenswert. Und vielleicht ein erster Schritt in Richtung Fußball, wie er vielleicht einmal war. Nämlich ein Spiel!

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