„Non League Day“ soll den Amateurfussball retten

Artikel „Tag ohne Liga“ aus der SZ vom Mittwoch, den 5. April 2017

„Non League Day“ soll den Amateurfussball retten

Wie die SZ am 5. April meldete, hat der DFB eine neue Idee entwickelt, um zusätzliche Zuschauer an die Fußballplätze der Amateurvereine zu bewegen. Non League Day heißt die Zauberpille.

Die Idee:
An Samstagen ohne Bundesligaspielbetrieb, also beispielsweise an Länderspielwochenenden, sollen möglichst viele Amateurspiele zur bundesligaüblichen Tageszeit ausgetragen werden, um Zuschauer, die normalerweise ins Bundesligastadion gehen, zum Verein um die Ecke zu bewegen. Dies soll durch unterstützende Werbemaßnahmen erreicht werden.

Die Blitz-Analyse:
Wieder einmal wird das Thema „Zuschauerschwund an Amateurfußballplätzen“ symptomatisch angegangen. Die Logik ist denkbar einfach. Der durch ein Länderspiel auf Ligaentzug gesetzte Fußballkonsument soll sein Bedürfnis nach Passivsport beim Verein nebenan ausleben.

Kann das funktionieren?
Nein. Weil jeder regelmäßige Bundesligazuschauer diesen Zustand ohnehin im Zweiwochenrhythmus erlebt. Amateurfußball als Ersatzbefriedigung ist eine Idee, die nur in realitätsfernen Funktionärsköpfen entstehen kann. Bleibt zu hoffen, dass dafür zumindest nicht wieder einmal sinnlos Geld verpulvert wird, welches in strukturellen Maßnahmen für den Amateurfußball wesentlich sinnvoller eingesetzt wäre.
Wieder einmal wird der Amateurfußball nur als Anhängsel bzw. Nischenprodukt in der großen weiten Fußballwelt dargestellt. Zur Erinnerung: 97% der aktiven Fußballer im DFB sind Amateure…

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