
Mitleid mit den Profis? Das fällt irgendwie schon ein wenig schwer…
Was soll man davon halten? Immer lauter wird das Geheule seitens der Profivereine in Deutschland. Einnahmeausfälle, Ungewissheit, Zukunftsangst. Das sorgt in einem aufgeblähten Unterhaltungsapparat, wie dem deutschen Profifußball nachvollziehbarerweise für Panik. Vor allem realisieren viele der medienverwöhnten Akteure, die es gewohnt sind, bei einer Entlassung sogar in der Tagesschau thematisiert zu werden plötzlich, dass Fußball in Wirklichkeit eins ist:
Eine Nebensache. Pure Unterhaltung eben.
Wenn eine satte Gesellschaft plötzlich realisiert, dass Werte wie Sicherheit und Gesundheit keine Selbstverständlichkeit sind, sondern ein oftmals unterschätzter Schatz, dann wird Unterhaltung eben ein Randthema.
Die kommenden Wochen werden für viele Menschen eine neue Erfahrung bringen. Plötzlich ist er da, der nicht greifbare virale Feind von außen. Während rechte Hohlbirnen versuchen, den Virus für Ausgrenzungsfantasien zu instrumentalisieren, rückt der Großteil unserer Gesellschaft immer enger zusammen. Hilfsprojekte für Mitbürger, gegenseitige Unterstützung und Solidarität bekommen plötzlich wieder ihren Platz. So kann aus dieser Bedrohung eine gesellschaftliche Neuorientierung entstehen – an deren Ende auch unser geliebter Fußball wieder eine wichtige Rolle als sozialer Mittelpunkt spielen kann.
Für das Großkapital in den Chefetagen der großen Fußballunternehmen mag das ein schwacher Trost sein.
Am Ende werden wir in jedem Fall wieder spielen. So oder so.