
Die Mär vom KLEINEN VEREIN…
Wann immer es um Nachwuchsarbeit und Ehrenamt geht, ist er nicht weit. Dann ist er in aller Munde: Der KLEINE VEREIN. Denn, da sind sich alle einig, der KLEINE VEREIN ist die Basis des Fußballs überhaupt. Aber mal ehrlich – was ist das eigentlich? Der KLEINE VEREIN?
Wie bemisst man den KLEINEN VEREIN?
Jetzt wird es komplex, denn zuerst ist die Wahrnehmung definitiv eine Frage der Perspektive. Ein Champions League Teilnehmer, sagen wir mal Real Madrid, wird einen Großteil der spanischen Erstligisten den kleinen Vereinen zuordnen.
Der KLEINE VEREIN – wie könnte man den bemessen? Es gäbe dafür viele Messgrößen: Mitgliederzahl, Zahl der aktiven Sportler/innen, Zahl der Trainer/innen, Zahl der aktiven Teams, Bekanntheitsgrad, TV-Zeiten, Umsatz, Zahl der Sportflächen, Zahl der Abteilungen, Zahl der Google Eintragungen usw… Wo sind da die Grenzen zwischen klein und groß?
Oder ist es vielleicht ganz anders? Vielleicht ist DER KLEINE VEREIN ja der, in dem die gesamten Funktionen, von der Führung bis zum Trainer im Ehrenamt ausgeübt werden. Aber dann wäre ja DER KLEINE VEREIN der Verein, der tatsächlich noch ein Verein ist. Aber dann wäre es ja nicht DER KLEINE VEREIN, sondern DER VEREIN per se. Im Grunde logisch, da die sogenannten GROSSEN VEREINE eigentlich nur mehr Vereinsstrukturen fortführen, um die damit verbundenen Förderoptionen ausschöpfen zu können. Bewertet man also die „Vereinsgröße“ nach dem Anteil der dem sportlichen Vereinszweck entsprechenden ehrenamtlich durchgeführten Tätigkeiten, wären die KLEINEN VEREINE eigentlich die GROSSEN, während sich der Begriff Verein beim Großteil der professionell strukturierten Sportorganisationen nicht mehr wiederfindet.
Ergo: DER KLEINE VEREIN ist DER VEREIN – wenn man es genauer betrachtet!