
Die FIFA – Totengräber des Fußballs
Wieder einmal wurde publik, wie sich die Herren der FIFA-Führungsriege gegenseitig Millionen zuschieben. Ein schlechtes Gewissen hat dabei, wie üblich, keiner der Beteiligten. Interessanterweise hat sich die Öffentlichkeit bereits an die Korruption innerhalb dieses Apparates gewöhnt. Denn der Aufschrei über die 2 Mio €, welche Herr Blatter Herrn Platini mal so rübergeschoben hat, war kaum wahrnehmbar (Link zu einem Artikel der das Thema behandelt).
Offensichtlich steckt da System dahinter. Machen was man will und dann aussitzen. So klappte das ja irgendwie immer.
Nach längerer Scham(losigkeits)frist erfolgte jetzt die Suspendierung der beiden für 90 Tage durch die Ethikkommission der FIFA (Link zum Artikel). Ein Treppenwitz der Fußballgeschichte. Ausgerechnet die FIFA selbst sorgt nun für Reinigung. Das ist wohl eher als hektische Selbsschutzreaktion zu werten, denn als ernst gemeinte Maßnahme. Blatter und Platini wären ohnehin nicht mehr tragbar. So gesehen ist diese Suspendierung eher Blendwerk denn der Beginn einer ernst gemeinten Reform. Ein verzweifelter Versuch, alte Seilschaften und Netzwerke in die Zukunft zu retten.
Dabei ist es höchste Zeit für eine Totalreform der FIFA. Für einen kompletten Neustart mir mit Leuten, die bisher nicht in dieses System verwickelt waren.
Die FIFA verwaltet über viele Wege auch Geld welches aus den Beiträgen von Mitgliedern einfacher Amateurvereine stammt. Diese Vorstellung ist ob des Gebahrens der FIFA unerträglich, und sollte eigentlich zu einem Aufschrei innerhalb des DFB und des BFV führen. Man vernimmt da zwar durchaus kritische Töne. Aber das ist zu wenig. Der größte Sportfachverband der Welt, der DFB muss wesentlich mehr Druck auf die FIFA ausüben und Reformen einfordern. Und sollte im Rahmen der Aufarbeitung zutage treten, dass auch DFB Vertreter beispielsweise im Umfeld der WM 2006 in Korruptionsvorgänge involviert waren, dann kann dies nur der Selbstreinigung dienen.
Denn der Imageschaden für den Fußball insgesamt ist bereits massiv und untergräbt die ohnehin angeschlagene Glaubwürdigkeit im Bereich Spitzenfußball immer weiter. Die FIFA braucht die Bodenhaftung zurück. Mit neuem Personal und transparenten Strukturen. Und dabei geht es beileibe nicht nur um die Vergabe von Großereignissen!
Letztlich forciert dieses Imageproblem weiter die Gründung privater Ligensysteme außerhalb des DFB, da es Menschen nicht mehr zu erklären ist, warum sie Korruption und Vetternwirtschaft in Bern mitfinanzieren sollen.
Die FIFA gräbt sich mit Vollgas ihr eigenes Grab. Den Fußball wird sie nicht klein kriegen.
Es gilt nun zu handeln. Schnellstmöglich!